Neurodermitis

Neurodermitis ist eine Hautkrankheit, die meist schon im Kleinkindalter auftritt. Heute ist jedes sechste Kind im Vorschulalter von der Krankheit betroffen. In einigen Fällen tritt sie chronisch, in anderen nur zeitweise auf.

Im Erwachsenenalter leiden nur noch bis zu 3 Prozent an der Krankheit. Diese gehört, genau wie auch Heuschnupfen oder Asthma, zu den so genannten atopischen Erkrankungen. Das bedeutet, dass der Körper auf normalerweise ungefährliche Stoffe aus der Umwelt – wie Hausstaub, Blütenpollen oder Nahrungsmittel (auch Allergene genannt) – mit starker Abwehr reagiert. Die Lymphozyten, bestimmte weiße Blutkörperchen, richten sich bei der Krankheit gegen diese Allergene und bilden Abwehrstoffe. Durch bestimmte Immun- und Botenstoffe wird eine permanente Entzündung der Haut ausgelöst. Bei Neurodermitis können die Symptome schubweise und ohne ersichtlichen Grund auftreten. Es kann also meist keine direkte Verknüpfung zu bestimmten Stoffen oder Nahrungsmitteln gezogen werden. Die Krankheit wird auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt.

Besonders Kleinkinder leiden oft an Neurodermitis

Besonders Kleinkinder leiden oft an Neurodermitis

Bei Neurodermitis fehlen der Haut wichtige Fette, sodass sie wesentlich trockener ist als normale Haut. Sie fühlt sich dadurch rauh an und schuppt leicht. Es gibt unterschiedliche Formen der Ausbreitung. Auftreten kann z.B. der so genannte Milchschorf, der sich in gelblich- weißen Krusten zeigt und sich meist flächig ausbreitet. Es kommt zudem zu einem feuchten Sekret, das sich auf diesen Flächen bildet. Der Milchschorf ist häufig an den Außenseiten der Arme und Beine, aber auch im Gesicht zu sehen. Eine weitere Form der Neurodermitis ist das Beugenekzem. Es tritt in den Beugen der Ellenbogen oder Knie auf, kann aber auch die Hände und den Hals betreffen. Leidet der Patient mehrere Jahre an dieser Form der Neurodermitis, bilden sich an diesen Stellen Flechten – harte Verkustungen der Haut. Die dritte Form der Neurodermitis tritt fast ausschließlich bei Erwachsenen auf und nennt sich die Prurigoform. Sie äußert sich durch viele, juckende Knoten, die sich über den ganzen Körper verteilen.

Durch die Neurodermitis ist beim Betroffenen die Schweißbildung, die Hautdurchblutung und die Temperaturregelung gestört. Das stärkste Symptom einer Neurodermitis ist starker Juckreiz, der entweder an besonders trockenen Stellen oder auch großflächig auftritt.

Die Ursachen für eine Neurodermitis sind bisher nicht eindeutig geklärt. Da die Krankheit vererbt werden kann, spielen genetische Faktoren bisher die größte Rolle in der Ursachenfindung. Außerdem konnte vor allem bei Kleinkindern eine Verschlimmerung der Symptome bei psychischem Stress beobachtet werden.

In jedem Fall sollten Betroffene einen Hautarzt aufsuchen, denn je nach Schweregrad und Art der Erkrankung sind verschiedene Therapien möglich und auch nötig, um Linderung zu verschaffen.

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